Remarkable scenes

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Das Bild von Angelina Jones. Und das jeden Tag auf der Berlinale 2008. Guy Maddins schlafwandelndes Driften und essayistisches Delirieren durch das „Happyland“ der Stadt Winnipeg in My Winnipeg. Megane (Glasses): Kein Plot, keine Konflikte und Menschen, die auf’s Meer schauen und Eis essen – der Strand einer südjapanischen Insel als Handlungsträger. 3 Zan (3 Women). Traffic in Teheran. Draußen die Wüste, die Berge, die Kälte und viele melodramatische Optionen: Drei Generationen von Frauen, die sich auf der (gebrochenen) modernistischen Folie des gegenwärtigen Iran verlieren und ihr Leben leben wollen. Beautiful: 20 perfekte Minuten Erzählkino am Anfang des Films über den Wahn der Schönheit. Dann wird es übel. Szenen der Magersucht, der im Amoklauf endet. The glow of white women: Eine Annährung an die Kultur der Apartheid über Schönheitsideale, Werbebilder, Miss-Wahlen aus der Sicht eines muslimischen Indian-Boy aus Südafrika. Die Brutalität in United Red Army: Wie der autoritäre Charakter im postfaschistischen Japan revolutionär wird. Unheimlich. The Exiles: L.A.-Kulissen in 16mm-Style Ende der 1950er Jahre. Auf einer illuminierten Werbetafel steht „Imitation of Life.“ Deborah Schamonis Echtzeit suggerierendes Barszenario in Dead Devil’s Death Bar. Wolfgang Tillmans Entsetzen bei der Sichtung des DV-Footage seines Videodrehs mit den Pet Shop Boys in dem ansonsten enttäuschenden Film If one thing matters, everything matters. Zwischen den Orten und Ereignissen stehen – im OFF: Eine neu geschnittene Fassung des 1983 gedrehten Films My Brothers Wedding. Die Intensitäten der Räume und Fashion-Styles. Schönste Begegnung am Randes des Kinos: Luis Jacob. Schlechtester Film: Transiberian. Das Warten auf Werbeunterbrechungen und das unsinnige Verweilen im Kino. Absurde Momente: Realisieren, dass gegen 24.00 Uhr der Potsdamer Platz gespenstisch leer ist, Bilder des red carpet auf der monströsen ZDF-Leinwand ziellos durch die Nacht flimmern. Schönste SMS: D. schreibt über das Schlusstableau des Araki-Films The Living End, das ich auch gesehen hatte, ohne zu wissen, dass D. es auch sah: „I am late. I am meditating on the colors of Araki’s final shot.“ Der grimmige M. und der freundliche M. Die Zigarette ist in der Krise, mal wieder.


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