Ricky played Hilde

Ricky won.
4K

RED One: “the devil’s pixels running thru’ my wires”
Aaaaaaaaaaaaa-Heeeeeeeeeeee-Wooo!!!!, I hear America singing, the varied carols I hear (Walt Whitman). Von den Appalachen im Osten zu den Beartooth Mountains im Nordwesten; von den voids in L.A. zu den Tauben über New York City – ein sehr starker Jahrgang des US-amerikanischen Independent-Kinos auf der diesjährigen Berlinale. Und zwar quer durch alle Sektionen. Im Wettbewerb die erste Regiearbeit von Oren Moverman (ein Name, der auf die grössten Leinwände geschrieben werden will), zuletzt als Drehbuchautor für Todd Haynes’ Dylan-(Not-)Biopic I’M NOT THERE hervorgetreten. In THE MESSENGER spielen die hervorragenden Ben Foster und Woody Harrelson zwei “Casualty Notification Officers” (CNOs), die den nächsten Angehörigen (NOKs, “next-of-kin”s) die traurige Botschaft zu überbringen haben – möglichst innerhalb weniger Stunden, vor allem schneller als CNN (Details). Der eine ist ein dekorierter Held des jüngsten Irak-Kriegs, “baptized”, aber eben auch traumatisiert durch Kampferfahrung, der im vermeintlich leichten Dienst an der Heimatfront seine Verwundung kurieren soll; der andere ist älter (erster, zweiter Golfkrieg) und traumatisiert-ohne-Trauma, weil er statt Schrecken und Ehre irakischen Feuers nur die Sinnleere kuwaitischer Sonne und philippinischer Bordellschiffe erlebt hat. Dialoge und dramaturgische Ökonomie sind schlagend – zumindest bis der Zwang zu obligatorischen turning points dem Plot die Annäherung des Jüngeren an eine Witwe vorschreibt. Derweil untermalt schwerer Metal den Schmerz und die Einsamkeit nachts im non-deskripten Heimkehrer-Apartment bei Dart, commodity meat und Bourbon.
In Boone County, West Virginia, mit seiner sehr weissen und sehr armen Bevölkerung braucht es keine Kriege für die entsprechenden casualities: es reichen der Teufel im Leib und ein bisschen wässrige Spiegeleier (”If you wanna live ta see tomorrow, you better start fryin’ ’em eggs a little bit better”). Dominic Murphy’s VICE-produziertes Spielfilmdebut WHITE LIGHTNIN’ erzählt die (in den Grundzügen authentische) Geschichte des letzten Mountain Dancer’s Jesco “Jesse” White. 1956 geboren als Sohn des grössten Mountain Dancer’s aller Zeiten (52 Schritte mehr als jeder andere beherrschte D. Ray White im clob dancing, einem seit dem 18. Jahrhundert existierenden Vorläufer des Steppens), tanzte er am liebsten zu Hasil Adkins’ hetzender Mischung aus Psychobilly, Rock und Country. Bevor Adkins, White’s Nachbar und Freund, 2005 von einem Teenager auf einem All Terrain Vehicle überfahren wurde, schrie er in seinen Songs gerne Sachen wie “Aaaaaaaaaaaaa-Heeeeeeeeeeee-Wooo!!!!” und “commodity meat!” (von der US …
Dominique Laffin ist Solange
Solange, do you want to live with me?
– Joe Dallesandro als Jim, in: Catherine Breillat, TAPAGE NOCTURNE, Frankreich 1979
“Bei jeder ihrer Gesten packt mich Zeugungslust.” (Reiner Schürmann)
Deutschland 09
Tom Tykwer & Friends, DEUTSCHLAND 09, Deutschland 2009

Aber was ist überhaupt ein politischer Film? Oder wie kann er heute sein? „Die fetten Jahre sind vorbei“ von Hans Weingartner gilt als politischer Film. Wirklich stören tut dieser Film aber niemanden. Eigentlich hat ja auch dieser entführte Politiker den überzeugendsten Vortrag. Die Filme der Dardenne-Brüder finde ich politisch. Oder „Yella“ von Christian Petzold.
Für Agathe Bonitzer
Stabat Mater dolorosa
Iuxta crucem lacrimosa
Dum pendebat Filius.
usw.
Giovanni Battista Pergolesi, Stabat Mater (1736)
Katia Ricciarelli, Lucia Valentini, Claudio Abbado (1979)
La jeune fille desoeuvrée

“la vie, quoi, la vie” v/ S. O. B. T. A. W. R. O. E.
(sense of belonging to a world rich of events)
Sophie Fillières, UN CHAT UN CHAT, Frankreich 2009
Filme, die wir bei der 70-mm-Retrospektive vermisst haben
und hier am besten gleichzeitig abgespielt werden.
Exodus – Ice Station Zebra – The Agony and the Ecstasy – It’s a Mad, Mad, Mad, Mad World – Oklahoma – The Wonderful World of the Brothers Grimm – Airport – Chitty Chitty Bang Bang – und einige andere.
Catherine Breillats „Blue Beard“
Die Geschichte von zwei Schwestern als Parallelereignis. Einmal im Hier und Jetzt, einmal im märchenhaften Nirgendwo. Und immer wieder Tränen, viele Tränen. Der Katholizismus als Folie eines pompösen und tragischen Historiendramas – eine Endlosschleife der Filmgeschichte – und eine Jonathan Meese-artige Evilness, mal weichgespült, mal blutrünstig. Verzweifelt unentschieden. Nach 20 Minuten perfektem Erzählkino inszeniert Breillat in Barbe bleue /Blue Beard/Blaubart eine ausgedehnte Kutschenfahrt; über Minuten ist unter dem Auge der Protagonistin eine erstarrte, völlig unbewegliche Träne zu sehen, die durch den Märchenwald spazieren gefahren wird. Die Kunstträne in Reinform kullert nicht weiter, obwohl die Kutsche ruckelt. Très bien. Am Wegesrand, im finsteren Wald, blitzt plötzlich ein Schloss auf. Eine Vorsehung. Es reiht sich Tableau an Tableau. Ermüdend ist der mittelalterliche Singsang, einzig das Cembalo gefällt als Fetischobjekt – eine Spur mehr Coppola (Marie Antoinette) wäre wohltuend.
A History of Israeli Cinema (3)

Life according to Agfa (Assi Dayan)

